Nachhaltigkeit

Wer Nachhaltig handelt, liegt voll im Trend

Wir kaufen Möbel aus zertifiziertem Holz, essen Joghurt aus ökologischem Anbau und setzen auf „erneuerbare" Rohstoffe und das alles im Namen der Nachhaltigkeit.

Ein bischen Vorsicht wäre gut! © dreamstime

Nachhaltigkeit hat sich zu einem „Megatrend" entwickelt und das haben auch Politik und Wirtschaft erkannt. Immer öfter wird dieser Begriff vor allem im Zusammenhang mit dem ebenfalls hoch im Kurs stehenden Thema Umweltschutz benutzt.

Der Begriff „Nachhaltigkeit" stammt aus der Forstwirtschaft. Im Erzgebirge war im 18. Jahrhundert der Silberbergbau in seiner Existenz bedroht. Nicht das Silbererz wurde immer knapper, sondern es gab schlichtweg nicht mehr genügend Holz. Der Ausbau der Minen und die Unmengen an Holzkohle, die für die Schmelzöfen benötigt wurden, führten zu dieser Knappheit.

Es wurde dermaßen viel Holz geschlagen, sodass weite Teile der umliegenden Wälder komplett abgeholzt waren. Hans Carl von Carlowitz, Oberberghauptmann am kursächsischen Hof in Freiberg, veröffentlichte einen Text der sich mit der nachhaltigen Nutzung von Wäldern befasste. Dies bedeutete nichts anderes, als nur die Menge an Holz aus einem Wald pro Jahr zu entfernen, die auch tatsächlich in einem Jahr nachwächst.

In den letzten 300 Jahren hat sich eine Menge getan und das Prinzip der Nachhaltigkeit hat sich auf die Bereiche Ökologie, Ökonomie und Soziales ausgedehnt. Das Prinzip ist denkbar einfach und zudem genial.

Lebe von den Zinsen ohne das Kapital anzufassen.

Heute berücksichtigt die "Nachhaltigkeit" alle Aspekte, seien sie ökologisch, sozial oder wirtschaftlich motiviert. An und für sich geht es um ein intergeneratives und internationales Gerechtigkeitsdenken. Die Lebensbedürfnisse, Materiellen und Immateriellen, der Menschen weltweit, soll heute und morgen gesichert werden bzw. werden können.

Ökonomische Nachhaltigkeit bedeutet unsere Wirtschaftsweise so auszurichten, dass sie dauerhaft und im vollen Umfang die Möglichkeit für Erwerb und Wohlstand liefert. Dies wird versucht zu erreichen mittels:

  • einer nationalen und internationale wirtschaftlichen Stabilität
  • eines funktionierenden Wirtschaftssystems
  • Vollbeschäftigung und sozialer Absicherung


Ökologische Nachhaltigkeit bedeutet die Belastbarkeit und Regenerationsfähigkeit der Natur und Umwelt für uns sowie die uns nachfolgenden Generationen zu erhalten. Vor allem im Hinblick auf einen schonenden Umgang mit der Natur und den Ressourcen. Dies wird versucht zu erreichen durch:

  • Erhalt, Schutz und Verbesserung der Umweltqualität
  • Verringerung des Rohstoff- und des Energieverbrauchs
  • Erhalt, Schutz und Verbesserung der Biodiversität


Soziale Nachhaltigkeit bedeutet ein Gesellschaftsmodell zu entwickeln welches jedem Menschen die gleiche Chancen und Lebensgrundlagen ermöglichen soll und dies an die soziokulturellen Gegebenheiten jeder einzelnen Gesellschaft angepasst. Dies wird versucht zu erreichen mit (Aus der Nachhaltigkeitsstrategie der BRD):

  • Recht auf ein menschenwürdiges Leben für alle
  • Intergenerative, intragenerativer und internationale Gerechtigkeit
  • Partizipation aller gesellschaftlichen Akteursgruppen

Geschichte des Begriffs "Nachhaltigkeit"

Doch was steckt eigentlich sonst noch hinter dem Begriff Nachhaltigkeit und können wir selbst nachhaltig handeln? Wir wollen nicht zu sehr in Definitionen oder Begriffserklärungen verfallen, die unterm Strich keinem wirklich weiterhelfen. Ein kurzer geschichtlicher Überblick der nachhaltigen Entwicklung wollen wir dennoch geben:

  • 1713 formulierte bereits Hans Carl von Carlowitz das Prinzip der Nachhaltigkeit
  • 1972, „Konferenz für die menschliche Umwelt - Stockholm". Nach dieser Konferenz entstand das UN-Umweltprogramm, welches Grundgedanken des Prinzips Nachhaltigkeit enthielt
  • 1987 veröffentlichte die Kommission für Umwelt und Entwicklung der Vereinten Nationen den berühmten „Brundtland-Report", ein Zukunftsbericht. Der Begriff der Nachhaltigkeit wurde „definiert" und festgelegt.
  • 1992, auf dem „Erdgipfel von Rio de Janeiro" kamen fast alle Nationen zur Einsicht, dass es keine gesunde Gesellschaft geben kann, solange es Armut gibt und die Umwelt schonungslos ausgebeutet wird. Das Prinzip der Nachhaltigkeit erhielt endlich Einzug in die Köpfe der meisten Entscheidungsträger

Auf mayago erfahren Sie mehr über die Ursprünge und Entwicklungen sowie Indikatoren von Nachhaltigkeit und wie Sie ihren Konsum nachhaltig gestalten können. Zudem informiert Sie mayago darüber, was in der Welt, in Europa und Luxemburg für eine nachhaltige Entwicklung getan wird.