Trinkwasserversorgung
Trinkwasserversorgung in Luxemburg

Die Wasserversorgung liegt gegenwärtig in Luxemburg in öffentlicher Hand, und die Gemeinden selbst sind zuständig für die Bereitstellung von Trinkwasser in ausreichender Menge und in guter Qualität und für dessen Versorgung an die Haushalte. Zwei Versorgungsformen lassen sich hierbei feststellen: zum einen erfolgt die Versorgung der Gemeinden durch eigene Wasservorräte, darunter versorgen sich 19 Gemeinden autonom, wie z. B. Echternach, Ettelbrück, Diekirch und Mersch, und zum anderen schließen sich mehrere Kommunen zu Syndikaten zusammen um ihrer zugewiesenen Aufgaben in der Wasserversorgung gerecht zu werden.
Das „Syndikat des Eaux du Sud" mit Sitz in Koerich wurde als erstes Trinkwassersyndikat im Jahr 1908 gegründet um die angesiedelte Bevölkerung im „Minett", im Zuge der Industrialisierung zu versorgen. Es folgten weitere, wie z. B. 1929 das Syndikat DEA (Syndikat de Distribution d'Eau des Ardennes), 1936 das Syndikat SESE (Syndikat pour la conduite d'Eau du Sud-Est), 1949 das Syndikat de Remich (SR), 1962 die SEBES und 1995 das Syndikat SIDERE (Syndikat Intercommunal pour la Distribution des Eaux dans la Région de l'Est). 1975 erfolgte dann die Gründung der Dachorganisation Association luxembourgeoises des Syndicats des Eaux, kurz ALUSEAU genannt, der aber zurzeit nicht alle Trinkwassersyndikate angehören.
Trinkwasserversorgungsnetz
Das öffentliche Trinkwasserversorgungsnetz versorgt das Land täglich mit rund 115.000 m3 Trinkwasser. Vor 1969 erfolgte die Bereitstellung von Trinkwasser ausschließlich aus Grundwasser und erst ab 1969 nach Fertigstellung der Talsperre in Esch-sur-Sûre wurde Oberflächenwasser als weitere Option zur Sicherung der Trinkwasserversorgung genutzt. Heute erfolgt in Luxemburg die Trinkwasserversorgung zu einem Drittel aus dem Stausee in Esch-sur-Sûre und zwei Drittel werden über insgesamt 300 Quellfassungen, Brunnen und Bohrungen (Tiefbrunnen) aus dem Erdreich gefördert. Hierbei wird die Luxemburger Sandsteinformation als Hauptgrundwasserleiter genutzt.
Nach Angaben der SEBES, ist das Syndikat in der Lage 80% der Haushalte in Luxemburg mit Trinkwasser zu versorgen. Der kontinuierliche Ausbau des Versorgungsnetzes der SEBES um die nationale Sicherung der Trinkwasserversorgung zu erhöhen, ist politisch gewollt. In wie weit aber eine Zentralisierung der Trinkwasserversorgung von Esch/Sauer für Haushalte angestrebt wird, bleibt abzuwarten. Man sollte aber wissen, dass lange Transportwege von Trinkwasser sich wegen der ernormen Baukosten und der Kosten der Instandhaltung auf den Wasserpreis auswirken und ihn in die Höhe treiben.
Von öffentlicher Seite wird das Trinkwasser gerne als Lebensmittel bezeichnet. Ohne Zusatzstoffe neigen natürliche Lebensmittel aber schnell zu verderben. Um diesem Prozess zuvorzukommen, soll Trinkwasser bevorzugt vor Ort konsumiert werden. Deshalb sollen Gemeinden immer versuchen aus naheliegenden Quellen ihr Trinkwasser zu beziehen.

















