Integrierter Landbau

So viel wie nötig, so wenig wie möglich

Biolandwirt EUDer Integrierte Landbau ist eine Form der konventionellen Landwirtschaft, bei der alle ökologischen und ökonomischen Aspekte beachtet werden.

Im Gegensatz zu den biologischen Bewirtschaftungsformen, bestehen für den Integrierten Landbau keine bindenden Richtlinien. Das luxemburgische Landwirtschaftsministerium hat jedoch in einem Lastenheft Vorgaben ausgearbeitet, die von den Landwirten sowie den weiterverarbeitenden Betrieben eingehalten werden sollen.

Mit Hilfe der Methoden des integrierten Landbaus soll das Prinzip der Nachhaltigkeit, die Produktionsgrundlagen so zu nutzen, dass sich ihr Zustand nicht verschlechtert, in der konventionellen Landwirtschaft umgesetzt werden. Dies geschieht zudem unter der Berücksichtigung der Wirtschaftlichkeit.

Ziel ist die landwirtschaftliche Produktion im Gleichgewicht zwischen ökologischer Verträglichkeit und ökonomischer Rentabilität.

Gibt es denn überhaupt Unterschiede zum konventionellen Landbau?

Wie in der konventionellen Landwirtschaft dürfen im integrierten Pflanzenbau künstlich hergestellte Dünger und chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel eingesetzt werden.

Durch die Kombination von biologischen, mechanischen, züchterischen und kulturtechnischen mit den konventionell chemischen Maßnahmen, kann ihre Anwendung jedoch auf ein Mindestmaß herabgesetzt werden. Zu den Werkzeugen zählen z. B. eine genaue Kenntnis der Standortbedingungen, die Wahl standortgerechter und widerstandsfähiger Sorten, vielfältige Fruchtfolgen statt Monokulturen, eine bodenschonende Bearbeitung und die Förderung von Nützlingen durch eine ausgeprägte ökologische Infrastruktur.

Voraussetzung für diese Maßnahmen sind umfassende Kenntnisse über Standortvoraussetzungen, Pflanzensorten, Lebensbedingungen von Nützlingen und Schädlingen, Wirkung von Düngern und Pflanzenschutzmitteln und die Schadschwellenwerte.

Dünger sollen sparsam und zielgerichtet ausgebracht und rasch wirksame Mineraldünger nur eingeschränkt verwendet werden.

Die oben genannten Maßnahmen sollen den Schädlings- und Unkrautbefall auf den Flächen auf weitgehend natürliche Weise begrenzen. Kommt es trotzdem zu einem Befall gilt vor dem Einsatz konventioneller Pflanzenschutzmittel das sogenannte Schadschwellenprinzip.

Es besagt, dass Pflanzenschutzmittel erst dann eingesetzt werden dürfen, wenn der wirtschaftliche Ertragsverlust durch Schädlinge oder Unkraut gleich hoch ist wie die Kosten für eine wirksame Bekämpfung dieser.

Bleibt der Schädlingsbefall unter der Schadschwellengrenze, die für die einzelnen Schaderreger bekannt sein muss, lohnt sich eine Bekämpfung wirtschaftlich nicht. Ein geringes Maß des Befalls wird im integrierten Landbau daher toleriert.

Auf diese Weise bleibt zum einen der Pflanzenschutz rentabel, zum anderen wird die Umwelt nicht durch den vorbeugenden Einsatz von Pflanzenschutzmitteln belastet.

Vergleich konventioneller und integrierter Maßnahmen:

Quelle: El Titi, A. (2005), verändert

Der integrierte Landbau stellt eine Übergangsform der konventionellen Landwirtschaft zur biologischen Landwirtschaft dar, in der einige umweltschonende Methoden aufgenommen und „integriert" werden.

Kennzeichnend für den integrierten Anbau ist eine deutliche Einsparung von Dünger und Pflanzenschutzmitteln durch die Ausnutzung natürlicher Faktoren.

Erschwert wird die konsequente Durchführung des integrierten Landbaus durch die Voraussetzung von umfangreichen Kenntnissen über Standortvoraussetzungen, Pflanzensorten, Lebensbedingungen von Nützlingen und Schädlingen, Wirkung von Düngern und Pflanzenschutzmitteln und die Schadschwellenwerte. Gesicherte Untersuchungsergebnisse liegen jedoch nicht immer vor.

Wissenschaftlichen Untersuchungen zur Folge stellt der integrierte Landbau ökonomisch gesehen eine realistische Alternative zur konventionellen Landwirtschaft dar, die zugleich den Einsatz ökologischer Methoden ermöglicht.