Raumklima

Raumklima

Unter Raumklima versteht man das Klima in geschlossenen Räumen, das zum einen von den physikalischen Einflüssen der Atmosphäre auf die Außenhaut der Gebäude und zum anderen von Wärme- und Masseflüssen durch die Wände bestimmt wird. Auf die im Innern der Räume entstehende Luftzirkulation wirken zudem künstliche Klimatisierungen wie Heizungen, nutzungsbedingte Einrichtungen wie Duschen aber auch die Nutzer der Räume (Lexikon der Geographie).

In Fachbereichen, die sich mit dem Wohlbefinden der Menschen in Räumen beschäftigen, werden zum Raumklima auch Aspekte wie Beleuchtung und Schadstoffe hinzugezählt.

Raumklima und Gesundheit

Trockene Schleimhäute, Kopfschmerzen, Unkonzentriertheit oder „einfach“ allgemeines Unwohlsein, dies ist nur ein Teil der Symptome, die durch ein schlechtes Raumklima hervorgerufen werden können.

Bereits Anfang der 1950er Jahre stellte ein amerikanischer Arzt direkte Zusammenhänge zwischen Allergien und verschmutzter Raumluft fest.

Symptome wie Allergien, Asthma, Reizung von Augen, Nase, Hals, Abgeschlagenheit und Kopfschmerzen, die auf das Raumklima zurückgeführt werden können, werden unter dem Begriff „Sick Building Syndrome“ oder kurz SBS zusammengefasst.

Welche Faktoren dabei eine Rolle spielen und was man beachten kann und sollte, erfahren Sie im nachfolgenden Text.

Einflussfaktoren des Raumklimas:


Da die Behaglichkeit eine subjektive Empfindung ist, können keine Optimalwerte für die einzelnen Faktoren aufgestellt werden. Dies zeigt sich bereits bei der Raumtemperatur, die selten alle anwesenden Personen als angenehm empfinden. Hier finden Sie jedoch ein paar Grundregeln, die für ein gesundes Raumklima zu beachten sind.

Temperatur

Zum Wohlfühlen gehört auch die richtige Raumtemperatur. Bei wieviel Grad Sie am besten arbeiten oder auf dem Sofa liegen können ist natürlich nicht nur von ihrem subjektiven Empfinden abhängig. Denn das persönliche Temperaturoptimum wird von vielen verschiedenen Aspekten bestimmt, zu denen unter anderem die Wärmestrahlung, die relative Luftfeuchte im Raum (je höher, desto niedriger die Temperatur, die noch als angenehm empfunden wird), Luftbewegungen aber auch der Gesundheitszustand und die Tätigkeit der Person zählen.

In der Literatur werden die folgenden Temperaturspannen als optimal für die jeweiligen Räume angegeben:

Optimale TemperaturspanneDenken Sie daran, dass eine Absenkung der Raumtemperatur um ein Grad 6 % Energie einspart.

Wärmestrahlung

„Sonne tanken“, wer kennt das nicht? Im Frühling auf einer Parkbank sitzen und die ersten Sonnenstrahlen genießen, steigert bei den meisten Menschen das allgemeine Wohlbefinden. Dabei empfinden wir die Strahlung als angenehm warm, auch wenn die uns umgebende Luft kühl ist.

Die Erklärung für dieses Phänomen liegt im Prinzip der Wärmestrahlung, einer Art des Energietransports. Dabei ist der Begriff „Wärmestrahlung“ nicht ganz passend, denn die von einem Körper abgegebene Strahlung, im Wellenlängenbereich zwischen 0,8 und 800 μ, wird erst nach dem Auftreffen auf einen anderen Körper in Wärme umgewandelt. Dies ist der Grund dafür, dass die Luft kühl bleibt und wir uns trotzdem wohlfühlen.

In geschlossenen Räumen gehört die Wärmestrahlung zusammen mit der Raumlufttemperatur zu den entscheidenden Faktoren für die Behaglichkeit. Werden die Oberflächentemperaturen der Raumumschließungsflächen angehoben, kann die Temperatur der Raumluft entsprechend abgesenkt werden, ohne dass sich die thermische Behaglichkeit im Zimmer verringert. Im Idealfall können sie so das Raumklima verbessern und gleichzeitig Energie einsparen.

Quelle: http://www.energiesparmobil.de/dach_waende_fenster/raumklima.php (Stand: 4.11.2008)

Prinzipiell gilt, dass die Temperatur der Raumumschließungsflächen nicht mehr als 2 Grad (Wände) bzw. 6 Grad (Fenster) unter der Raumlufttemperatur liegen sollten.

Doch wie erreiche ich eine Temperaturerhöhung der Raumumschließungsflächen? Grundlegend ist eine gute Außenwärmedämmung sowie Fenster mit hohen Isolationswerten. Eine weitere Möglichkeit sind sogenannte Strahlungsheizungen, die in Wände, Fußböden oder Decken eingebaut werden. Im Gegensatz zu „normalen“ Heizkörpern, die auf dem Prinzip der Konvektion basieren, verursachen Strahlungsheizungen keine Luftumwälzungen und damit keine Staubaufwirbelung, was ebenfalls zu einem besseren Raumklima beiträgt.

Übrigens: die Strahlungsheizung ist keine neue Erfindung; bereits die Römer beheizten ihre Thermen über Kanäle in Fußböden und Wänden, durch die sie heißen Rauch leiteten und so ein angenehmes Strahlungsklima entstehen ließen.

Luftfeuchte

Die Luftfeuchtigkeit ist ebenfalls ein bedeutender Aspekt des Raumklimas, der sich vor allem auf unsere Gesundheit auswirken kann. Bei zu niedriger Luftfeuchtigkeit kann es zu Schleimhautreizungen und dadurch zur erhöhten Anfälligkeit gegenüber Viren, Allergenen und Chemikalien kommen. Ist die Luftfeuchtigkeit jedoch zu hoch, empfinden wir das Raumklima bei ebenfalls hohen Temperaturen als drückend, bei niedrigen Temperaturen besteht hingegen die Gefahr der Schimmelbildung.

Doch welche Faktoren steuern den Gehalt der Feuchtigkeit in der Luft und wie kann ich das Raumklima verbessern?

Grundlegend ist, dass die Luftfeuchte von der Lufttemperatur abhängt. Je wärmer die Luft, desto mehr Wasserdampf kann sie aufnehmen. Daher spricht man meist von der relativen Luftfeuchte, wobei mit 100 % der Wasserdampf-Anteil gemeint ist, den die Luft bei jeweiliger Temperatur maximal aufnehmen kann. Der Absolutwert ist folglich bei 30 °C Lufttemperatur höher als bei 24 °C.

Ist der sogenannte Sättigungswert, also 100 % Wasserdampfanteil erreicht, fällt der Überschuss als flüssiges Wasser aus. Dies passiert insbesondere an Stellen, die im Vergleich zur Lufttemperatur deutlich kühler sind, wie z.B. Fenster oder Raumecken. Verdunstet die ausgefallene Feuchtigkeit nicht schnell wieder kann es zur Bildung von Schimmel kommen.

Ein hoher Wasserdampfanteil erhöht zudem die gefühlte Temperatur. So empfinden wir 20 °C Raumtemperatur bei geringer relativer Luftfeuchte kühler als bei einem hohen Luftfeuchteanteil.

Gerade im Winter besteht die Gefahr zu geringer Feuchtigkeit in der Luft. Denn durch Heizungen wird die Luft erwärmt und die relative Luftfeuchte sinkt. Aber auch im Sommer werden der Raumluft durch Klimaanlagen große Mengen Wasser entzogen. Untersuchungen haben gezeigt, dass unter diesen Umständen das Risiko für Infekte steigt. Zudem fördert ein geringe relative Luftfeuchte elektrostatische Aufladungen und kann zu Schäden an Holzmöbelstücken führen.

Die Angaben zu den Optimalwerten des Luftfeuchteanteils schwanken zwischen 35 % und 60 %. Im Sommer können sogar Werte bis 70 % als angenehm empfunden werden, die im Winter jedoch die Gefahr der Schimmelbildung erhöhen.

Um sowohl die Gefahr der Schimmelbildung als auch das Infektionsrisiko zu minimieren sollte der Luftfeuchteanteil im Winter zwischen 40 und 50 % liegen.

Gemessen wird die relative Luftfeuchte mit sogenannten Hygrometern. Diese gibt als analoge Geräte mit Zeiger oder elektronisch mit Digitalanzeige. Letztere müssen nicht justiert werden und sind daher direkt einsatzfähig. Mechanische Geräte sollten etwa alle vier bis sechs Monate neu kalibriert werden. Einfach eine Stunde in einen feuchtnassen Lappen legen und danach am Einstellrädchen auf 98 % stellen.

Gute Hygrometer erhalten sie in Uhrenläden oder bei Optikern. Diese sind allerdings teurer als solche aus dem Baumarkt.

Tipps zur Regulierung der Luftfeuchte

Bei zu niedriger relativen Luftfeuchte:

  • Pflanzen können durch ihre Verdunstung, die Luftfeuchtigkeit in Räumen erhöhen. Besonders effizient sind tropische Pflanzen, die viel Wasser benötigen und einen großen Teil davon als Wasserdampf wieder abgeben. Zu diesen gehört beispielsweise das pflegeleichte Zyperngras (Cyperus alternifolius), das über 90 % des Gießwassers an die Raumluft abgibt.

Neben ihrer Fähigkeit die Luftfeuchte zu erhöhen, sind zudem viele Pflanzen in der Lage Schadstoffe aus der Luft zu filtern

  • Auch einfache Verdunster, die mit Wasser befüllt und an Heizkörper gehängt werden, tragen wesentlich zu einer Erhöhung der relativen Luftfeuchte bei. Nach demselben Prinzip hilft der Wasserkessel auf Herd oder Heizung.

  • Nach dem Duschen sollte im Winter nicht das Fenster sondern die Badezimmertür geöffnet um so die restliche Wohnung mit der überschüssigen Luftfeuchte zu versorgen. Gilt natürlich nur, wenn die Wohnungsluft zu trocken ist!

  • Vorsicht ist geboten bei künstlichen Luftbefeuchtern, da bei vielen nach kurzer Zeit Schimmel- und Bakterienbefall auftreten können. Diese Geräte sollten nur dann eingesetzt werden, wenn die oben genannten Maßnahmen nicht greifen.

Bei zu hoher relativer Luftfeuchte:

  • Hier hilft meist nur richtiges Lüften. Das bedeutet vor allem bei niedrigen Außentemperaturen mehrmaliges kurzes Stoßlüften am Tag. Die beste Wirkung wird durch Querlüften erzielt, in dem gegenüberliegende Fenster und Türen geöffnet werden und so in wenigen Minuten ein kompletter Luftaustausch gewährleistet werden kann.

Auf keinen Fall sollten Sie im Winter ihre Fenster lange in Kippstellung lassen. Denn so kühlen Wände und Möbel aus. Nach dem Aufdrehen der Heizungen wird der Temperaturunterschied zwischen Luft und Wänden so groß, dass an den kühlen Flächen Wasserdampf kondensiert. Außer einer Verschlechterung des Raumklimas kann es im schlimmsten Fall auch zur Schimmelbildung kommen.

  • Ist die Luftfeuchtigkeit im Raum z.B. durch einen Wasserschaden besonders hoch, sollten sie zusätzlich die Heizungen voll aufdrehen. So kann die erwärmte Luft mehr Feuchtigkeit aufnehmen und wird durch mehrmaliges kurzes Lüften durch kühlere trockenere Luft ausgetauscht.

Bildet sich trotz aller Vorsichtsmaßnahmen Schimmel, ist größte Vorsicht geboten. Denn in diesem Fall muss mit baulichen Mängeln wie Schäden am Dach gerechnet werden.

Außer diesen akuten Maßnahmen zur Feuchtigkeitsregulation können auch Baustoffe, Möbel und Textilien den Luftfeuchtegehalt beeinflussen. Zu den feuchtigkeitsregulierenden Baustoffen, die ausreichend Luftfeuchtigkeit aufnehmen und wieder abgeben können, zählen vor allem Kalk- und Lehmputze, wobei letztere ein baubiologisches Optimum darstellen. Naturtextilien haben ebenfalls ein gutes Sorptionsvermögen und können große Mengen Feuchtigkeit aufnehmen ohne selbst feucht zu werden. Bei Gardinen ist allerdings darauf zu achten, dass diese nicht den Luftaustausch zwischen Fenster und Raum verhindern und so die Schimmelbildung begünstigen.

Luftaustausch und Luftbewegung

Ein von Zeit zu Zeit durchgeführter Luftaustausch ist in geschlossenen Räumen unerlässlich. Zum einen um durch Atmen, Schwitzen, Duschen oder Kochen angesammelten Wasserdampf abzuführen aber auch um frische, unverbrauchte Luft mit höherem Sauerstoffgehalt nachzuführen. Dies ist heute umso wichtiger, als unsere Gebäude immer besser isoliert und damit ein Luftaustausch durch die Gemäuer unterbunden wird.

Dauerhafte Luftbewegungen, die beispielsweise von Wärmebrücken an Fenstern, Klimaanlagen, Lüftern und Heizungen verursacht werden, haben jedoch negative Auswirkungen auf das Raumklima. Obwohl es sich meist um Luftgeschwindigkeiten handelt, die fast nicht zu spüren sind, machen sich ihre Auswirkungen doch bemerkbar.

Neben ihrem Einfluss auf die thermische Situation kommt es beispielsweise gerade durch Heizungen zur Aufwirbelung von Feinstaub. Kühle Luftströme können hingegen zu Unwohlsein und Verspannungen führen. Trotz der nahezu unmerklichen Geschwindigkeiten können auch die Luftzüge selbst unangenehm wirken.

In Räumen sollten daher Luftgeschwindigkeiten von 01,5 m/s nicht überschritten werden. Im Sommer kann dieser Maximalwert auf 0,25 m/s steigen.

Licht

Viele unserer Lebensfunktionen, wie Stoffwechsel oder Hormonhaushalt werden durch Licht gesteuert. Wie sehr wir das Sonnenlicht für unser Wohlbefinden und auch für unser Leistungsvermögen benötigen, spüren wir vor allem im Winter. Es wird später hell und früher dunkel und wir fühlen uns deutlich schneller müde und abgeschlafft als in den Sommermonaten.

Am wichtigsten ist Tageslicht, denn mit einer Helligkeit von 50.000 Lux ist ein strahlender Sonnentag einfach unschlagbar. Selbst bei bewölktem Himmel werden immerhin noch 3000 Lux erreicht, wohingegen in einem normal beleuchteten Zimmer lediglich etwa 400 Lux erreicht werden. Da die meisten Menschen jedoch einen Großteil des Tages in geschlossenen Räumen verbringen, kann sich ungenügende oder falsche Beleuchtung gerade am Arbeitsplatz auch auf die Gesundheit auswirken.

Für unser Wohlbefinden ist jedoch nicht nur die Helligkeit sondern auch die Zusammensetzung des Lichts entscheidend. Künstliche Beleuchtung enthält nicht alle Teile des Lichtspektrums und kann Tageslicht daher nicht ersetzen. Wichtig ist deshalb immer eine Sichtverbindung nach draußen. In Untersuchungen ist sogar nachgewiesen worden, dass Gesundheitsstörungen mit der Entfernung des Arbeitsplatzes vom Fenster zunehmen.

Als Lichtquelle nicht zu empfehlen sind herkömmliche Leuchtstoffröhren, da diese in unserem Körper die Produktion des Hormons Melatonin fördern, das auch im Winter verstärkt ausgeschüttet wird und uns müde macht.

Mittlerweile gibt es sogenannte vollspektrale Tageslicht-Leuchtstoffröhren, die mehr Edelgase enthalten und dadurch nahezu das gesamte Lichtspektrum abdecken. Die Beleuchtung entspricht in ihrer Zusammensetzung etwa dem mittäglichen Tageslicht und umfasst zudem die kurzwelligere UV- und langwelligeren Infrarot-Strahlen.

Da alle Farben des Lichtspektrums abgedeckt werden und die Grün- und Blautöne nicht wie bei Warmlicht reduziert sind, empfinden manche Menschen das vollspektrale Licht als kalt. Abhilfe verschaffen Zimmerpflanzen, da sie die kalten Farbanteile absorbieren.

Vollspektrumlampen sind zwar teurer als „normale“ Leuchtstoffröhren, sparen jedoch bis zu 30 % Energie und halten bis zu 50 % länger.

Wer ohne Vollspektrallicht auskommen muss oder möchte, sollte zumindest die drei Faktoren eines guten Lichtkonzepts beachten:

  • Natürliches Licht

  • Indirekte Raumbeleuchtung (z.B. durch Deckenstrahler, die ihr Licht gleichmäßig verteilen)

  • Arbeitsplatzbeleuchtung (muss blendfrei sein und mindestens eine Fläche von 60 x 60 cm2 ausleuchten)

Achten Sie am Arbeitsplatz nicht nur auf ausreichende aber nicht zu grelle Beleuchtung, sondern auch darauf, dass Reflexionen, Spiegelungen und Flimmern möglichst verhindert werden. Denn nur so können Sie Kopfschmerzen, Ermüdung, Konzentrationsstörungen und Nervosität aufgrund falscher Lichtverhältnisse ausschließen.

  • Bildschirmarbeitsplätze: 500 bis 1000 Lux
  • zum Lesen: 750 Lux

Im Allgemeinen werden neutrale oder warme Lichtfarben als angenehm empfunden.

Am effektivsten wirkt trotz allem das Sonnenlicht auf unsere Leistungsfähigkeit, auch wenn diese gerade nicht scheint. Ist es im Winter vor und nach der Arbeit bereits dunkel lohnt es, sich die Mittagspause hin und wieder für einen Spaziergang zu nutzen.

Ionenklima

Schon mal was davon gehört? Vielleicht im esoterischen Zusammenhang und daran können Sie nicht so recht glauben?

Doch auch konventionelle Untersuchungen haben gezeigt, dass der Gehalt an Ionen, also geladenen Teilchen, in unserer Atemluft nicht nur Auswirkungen auf unser Wohlbefinden, sondern auch auf unsere Gesundheit haben kann. Dabei muss zwischen den ungesunden Großionen und den natürlich entstehenden Kleinionen unterschieden werden.

Bei letzteren handelt es sich um Moleküle unsere Atemluft, die bei einem ausgewogenen Verhältnis zwischen positiv und negativ geladenen Teilchen bioklimatisch besonders wertvoll sind. Der heilsame Effekt eines guten Ionenklimas wird beispielsweise in Davos schon sehr lange genutzt, ohne dass die genaue Wirkungsweise und Ursache der „frischen“Luft bekannt waren. Heute weiß man, dass vor allem die negativ geladenen Kleinionen für den belebenden Effekt frischer Luft verantwortlich sind. In der Medizin wird künstlich mit O--Ionen angereicherte Luft sogar zu Therapiezwecken, insbesondere bei Atemwegserkrankungen eingesetzt.

Da die Kleinionen kurzlebig und sehr labil sind, verringert sich ihr Anteil besonders in geschlossenen Räumen mitunter sehr schnell. Begünstigt wird dies vor allem durch Luftverunreinigungen und elektrostatische Felder, wie sie in hohem Ausmaß an Röhrenfernsehern vorkommen. Allein das Rauchen einer einzigen Zigarette kann den Gehalt von Kleinionen um über 90 % reduzieren.

Schlechte Luftionenwerte, d.h. viele Positiv-, wenige Negativ-Ionen und ein hoher Anteil an elektrisch geladenen Staubpartikeln, sogenannten Großionen, können sich ungünstig auf unser Wohlbefinden auswirken. So können Kopfschmerzen, Schwindel und Nervosität auftreten, die Widerstandskräfte verringert und Allergien sowie Asthma begünstigt werden.

Großionen finden Sie übrigens in Ihrer Wohnung ganz schnell, wenn Sie mit dem Finger über Ihren Fernsehbildschirm oder lackierte Möbeloberflächen fahren.

Obwohl die wenigsten Menschen Ionometer zum Messen des Ionenklimas zu ihrem Haushaltsinventar zählen, sollen an dieser Stelle ein paar Zahlen herhalten, um die Luftionenkonzentrationen der Außenluft und Inneräume zu vergleichen:

Anzahl der positiven und negativen Kleinionen pro cm3 Luft

  • über dem Meer: 600

  • saubere Landluft: 800 bis 20.000 (Bergluft, Küsten, an Wasserfällen)

  • verunreinigte Stadtluft: 50 bis 200

  • in Innenräumen: ~ 50 (viel Synthetik und Kunststoffoberflächen)

< 5 (verrauchte Luft)

600 bis 1000 wären optimal

Natürliches und gesundes Verhältnis der Negativ- zu den Positiv-Ionen: 1,4 : 1

Tipps für ein gutes Luftionenklima in Innenräumen:

  • nicht rauchen

  • gut lüften

  • wenig synthetische Textilien wie Teppiche oder Gardinen (hohe Elektrostatik)

  • vor allem im Kinderbett weniger Stofftiere aus Synthetik

  • mehr Naturstoffe wie Baum- und Schurwolle, Hanf oder Leinen

  • lieber Flachbildschirme als Röhrenbildschirme einsetzen

  • offene Flammen an Kerzen oder offenen Öfen

  • Wasserzerstäubung z.B. durch Zimmerspringbrunnen

  • technische Luftionisatoren sind für den Hausgebrauch nicht zu empfehlen, da teuer und oft keine Angaben zum Wirkprinzip => Fenster öffnen ist billiger!

  • Salzkristalllampen: ihre Wirkung ist umstritten und wissenschaftlich nicht nachgewiesen, aber sie schaden niemandem

Schadstoffe

Die meisten Menschen verbringen etwa 20 Stunden am Tag in geschlossenen Räumen. In dieser Zeit sind, all jenen Stoffen ausgesetzt, die Baustoffe, Möbel und Textilien aber auch Farben, Kleber oder Holzschutzmittel von sich geben. Und das ist nicht wenig. Denn seit der Ölkrise wird Wert auf möglichst hohe Isolation und damit auf die Abdichtung der Häuser gelegt. Zudem erhielten neue, vor allem synthetische Materialien Einzug in Wohn- und Arbeitsräume. Formaldehydhaltige Spanplatten ersetzten Vollholz, synthetische Teppiche wurden mit großen Mengen Kleber in den Zimmern verlegt und Holzmöbel wurden durch Weichmacher und Lösungsmittel enthaltende Kunststoffmöbel ausgetauscht. Noch vor ein paar Jahren war man sich den gesundheitsschädlichen Wirkungen vieler beim Hausbau eingesetzter Chemikalien überhaupt nicht bewusst. Und so wurden bedenkenlos Baustoffe und Möbel produziert und verwendet, die bis heute ihre Ausdünstungen an die Raumluft abgeben.

Nach einer Studie der US-Umweltbehörde konnten in wärmeisolierten Gebäuden Chemikalienkonzentrationen nachgewiesen werden, die die Normalwerte bis zu 100fach überschritten. Bereits in den 1950er Jahren hatte ein amerikanischer Arzt den Einfluss von verschmutzter Innenraumluft auf die Gesundheit, insbesondere auf die Auslösung von Allergien und chronischen Krankheiten erkannt. Die US-Umweltbehörde zählte Belastungen durch das Wohnklima gar zu den fünf gefährlichsten Bedrohungen der Volksgesundheit. (Quelle: http://www.br-online.de/freizeit/querbeet/ratgeber/pflanzen-fuers-buero.html)

Trotz eines gestiegenen Bewusstseins für gesundheitsschädliche Chemikalien in unserem Wohnumfeld werden viele Symptome wie Kopfschmerzen, Nervosität oder Unwohlsein immer noch als ausschließlich psychisch verursacht abgetan.

Die Bedeutung der Luftschadstoffe für unsere Gesundheit wird in der Entwicklung eines neuen medizinischen Bereichs deutlich. Die sogenannte Umweltmedizin beschäftigt sich mit „den Auswirkungen von Umweltfaktoren auf die Gesundheit des Menschen“ und setzt sich mit „neuen Krankheiten“ wie beispielsweise dem Sick-Building-Syndrome auseinander.

Schadstoffe

Zu den Wohnschadstoffen zählt auch das Radon, das durch den natürlichen Zerfall von Uran entsteht und entweder von Fliesen mit uranhaltigen Glasuren oder Natursteinfliesen aus Erstarrungsgesteinen in die Raumluft gelangen kann. In einigen Gegenden können erhöhte Radonwerte in Gebäuden auch durch den geologischen Untergrund verursacht werden. Dieser gibt Radonstrahlung ab, die dann durch Ritzen im Mauerwerk in die Gebäude eindringt.

Radioaktivität durch Radonstrahlung gilt als die zweithäufigste Ursache für Lungenkrebs (Bundesamt für Strahlenschutz, Deutschland) und wird auf natürlichem Wege von bestimmten Gesteinen im Untergrund abgegeben. In betroffenen Regionen, in Luxemburg vor allem in Ösling, sollten deshalb Maßnahmen gegen das Eindringen der Radonstrahlung in Gebäude getroffen werden. Wissenschaftliche Untersuchungen bescheinigen ein erhöhtes Krebsrisiko bei einer Radonkonzentration über 100 bq/m3 (Bundesamt für Strahlenschutz, Deutschland).

Orientierung bei der Strahlungsbewertung bietet neben den unten aufgeführten Richtwerten die Leningrader Summenformel. In dieser Formel werden die Strahlungen von Kalium-40, Radium-226 und Thorium-232, nach ihrer Schädlichkeit gewichtet und zusammengerechnet. Baustoffe mit einem Wert über 1 sollten nicht in größeren Mengen verbaut werden.

Richtwerte für die Radonstrahlung in Innenräumen:

Luxemburg („geduldeter Referenzwert") 150 Bq/m3
Internationale Strahlenschutzkommission 250 Bq/m3
Weltgesundheitsorganisation 300 Bq/m3
europäischer Referenzwert für bestehende Gebäude 400 Bq/m3
in Deutschland wird für neue Gebäude ein Wert von unter 100 Bq/m3 empfohlen

Vorsicht ist zudem beim Dachausbau geboten. Hier kommen meist künstliche Mineralfasern wie Stein- oder Glaswolle zum Einsatz, deren gesundheitsgefährdende Wirkung nicht genau untersucht ist. Natürliche Dämmstoffe sollten daher bevorzugt werden.

Auch wenn wir heute wissen, woher Giftstoffe in unserer Raumluft stammen, ist es selten möglich die Ursachen ohne hohe Kosten zu entfernen. Dennoch gibt es Möglichkeiten, den Schadstoffgehalt der Luft zu verringern.

So können beispielsweise mit Holzschutzmitteln belastete Balken durch schadstoffarme Beschichtungsanstriche versiegelt werden und so weiteres Ausgasen verhindert werden. In solchen Fällen sollten Sie sich jedoch erst mit einem Fachmann in Verbindung setzen.

Für Formaldehyd ist in Apotheken ein Test erhältlich, der zwar keine genauen Werte liefert, aber immerhin verlässlich angibt ob kein Formaldehyd, wenig oder viel in der Raumluft vorhanden ist. (Quelle: Stiftung Öko-Test, Juni 1996)

Pflanzen filtern Schadstoffe

Viele Pflanzen, darunter vor allem tropische Exemplare, die bei uns zu den Zimmerpflanzen zählen, sind nicht nur in der Lage die Luftfeuchte zu erhöhen, sondern auch Schadstoffe aus der Luft zu filtern. Studien zum Raumklima haben gezeigt, dass Angestellte in Büros, die mit Pflanzen ausgestattet waren, weniger unter gesundheitlichen Beschwerden litten, als Personen, die in pflanzenlosen Büros arbeiteten.

Die Erklärung der Luftfilter-Funktion tropischer Pflanzen liegt in deren Notwendigkeit Nährstoffe aus der Luft aufzunehmen. Der Abbau der Stoffe anschließend in der Pflanze, wobei beispielsweise ein bestimmter Eiweißstoff Formaldehyd in ungefährliche Aminosäuren und Zucker umwandelt.

Neben Chemikalien filtern Pflanzen auch Schmutz- sowie Stoffteilchen und nach einem Bericht des Bayrischen Rundfunks sogar Bakterien und Schimmelpilzsporen aus der Luft. Angeblich finden sich in mit Pflanzen ausgestatteten Räumen 50 bis 60 % weniger Sporen und Bakterien als in Räumen ohne Pflanzen. Stand: 30.10.2008

  • Formaldehyd: Fensterblatt, Birkenfeige, Strahlenaralie, Bananenpflanze, Grünlilie, Efeutute
  • Ammoniak: Steckenpalme, Flamingoblume, Topf-Chrysanthemen
  • Benzol: Efeu, Gerbera, Drachenbaum

Es ist natürlich klar, dass man mit ein paar Pflanzen, die Schadstoffe nicht zu 100 % aus der Luft filtern kann. Trotzdem können Pflanzen auf vielfältige Weise zur Verbesserung des Raumklimas beitragen und wie heißt es so schön: wenig ist immerhin besser als gar nichts.

Zudem spielt auch der psychologische Aspekt von Pflanzen eine nicht zu verachtende Rolle für das Wohlbefinden in Räumen. Dies liegt zum einen an der Wirkung der Farbe Grün, die eine anregende Wirkung haben soll und zum anderen an unserer evolutionären Verbundenheit mit Pflanzen. Nicht vergessen werden darf an dieser Stelle ihre grundlegendste Eigenschaft, die Reduzierung des CO2- Gehalts und die Produktion von Sauerstoff.

Zusammen mit ihrer schalldämpfenden Wirkung können Pflanzen daher gerade in Büros den Stress mildern und somit die Leistungsfähigkeit fördern.

Pflanzen stellen folglich in Bezug auf das Raumklima einen besonders wichtigen Faktor für unser Wohlbefinden dar und verbessern diese auf unterschiedlichste Weise.