Regenwassernutzung

Regenwasser nutzen

Regenwasser kann dort genutzt werden, wo Trinkwasserqualität nicht unbedingt notwendig ist und dennoch sauberes Wasser erwünscht ist. Eine Regenwassernutzungsanlage hilft die Toilette, das Bad, die Waschmaschine und den Gartenschlauch mit Wasser zu versorgen. Regenwasserhähne müssen mit einem Schild „Kein Trinkwasser" gekennzeichnet werden.

Wieso ist Regenwasser kein Trinkwasser?

Regenwasser fehlt die Wasserhärte, d.h. Mineralien wie Calcium, Magnesium und Natrium sind nicht darin enthalten. Diese sind jedoch bei der Wasseraufnahme wichtig für unseren Metabolismus. Des Weiteren können im Regenwasser Schadstoffe aus der Luft enthalten sein oder krankheitserregende Keime, die durch unseren Verdauungstrakt in den Körper gelangen und sich dort ansammeln oder Krankheiten auslösen können. Regenwasser ist jedoch nicht hoch pathogen und der externe Gebrauch (zum Waschen unserer Haut z. B.) ist nicht schädlich!

Die nötige Anlage

Eine Regenwassernutzungsanlage besteht aus dem Hausdach, der Regenrinnen, einem Filter, einem Regenwasserspeicher (Zisterne), einem Abflussrohr, dem Hauswasserwerk, einer Saugpumpe und einem Leitungsnetz.

1. Das Hausdach und die Regenrinne:
Das Hausdach fängt den Regen auf und führt ihn über seinen Regenrinnen in eine Zisterne.

2. Der Filter:
Zwischen der Regenrinne und der Zisterne befindet sich ein Filter. Er filtert mit einer Maschenweite zwischen 0,2 und 0,8 mm grobe Schwebestoffe wie z. B. Laub aus dem Wasser.

3. Die Zisterne:
Sie kann sich im Haus, im Garten oder unter der Erde befinden. Letztere ist die optimale Lösung, das Wasser bleibt kühl und ist vor Licht geschützt. Feine Schwebestoffe ballen sich zusammen und sinken als Sedimente auf den Grund der Zisterne, etwa 1mm pro Jahr. Keime im Wasser binden sich an die Schwebestoffe und lagern sich so automatisch mit dem Sediment ab. An den Innenwände der Zisterne bildet ein Biofilm, d. h. ein Teppich aus Mikroorganismen, die, wie in einer Kläranlage, das Wasser reinigen.

4. Das Überflussrohr:
Wenn es einmal zu stark regnen sollte, darf der Wasserspeicher nicht einfach überlaufen, deshalb ist ein Abflussrohr in den Kanal oder in eine Versickermulde wichtig.

5. Das Hauswasserwerk:
Der kritische Punkt des Systems ist die Kopplung des Regenwassertankes an die Trinkwassernachspeisung. Denn, wenn nicht mehr genug Regenwasser in der Zisterne ist, wird dies durch ein Füllstandermessgerät erfasst und es wird automatisch Trinkwasser in die Zisterne eingespeist. Wenn diese Kopplung mangelhaft installiert wurde, kann jedoch das Trinkwassernetz mit Keimen aus dem Regenwasser verunreinigt werden. Deshalb sollte dieser Teil der Anlage auf jeden Fall von einem Fachunternehmen durchgeführt werden.

6. Die Saugpumpe:
Sie pumpt das Wasser von der Zisterne ins Regenwasserleitungsnetz.

7. Das Leitungsnetz:
Die Regenwasserversorgung hat ein strikt vom Trinkwassernetz getrenntes Leitungssystem. Dieses besteht meist aus Kunststoffrohren.

Der Unterhalt der Anlage

Jedes Jahr sollte der Filter per Hand gesäubert werden. Die Zisterne braucht nur alle 10 Jahre einmal ausgewaschen zu werden. Zu häufiges reinigen wäre kontraproduktiv, da dabei der wasserklärende Biofilm an den Innenwänden zerstört wird.

Die richtige Größe wählen

Die Größe des Regenwasserspeichers hängt von folgenden Kriterien ab:

  • Wie viel Regenwasser will ich im Haushalt nutzen und wie hoch ist der Bedarf?
  • Wie groß ist die Auffangkapazität meines Daches?
  • Wie viel Niederschlag gibt es in meiner Wohnregion?

Als allgemeine Faustregel gilt in Mitteleuropa:

  • 800 Liter pro Person und Haushalt
  • Jeder m2 Dachfläche ergibt ca. 30 Liter

Ein 4-Personen-Haushalt benötigt ein Speichervolumen von 3 - 5 m3.

Kosten und Zuschüsse

Eine Regenwassernutzungsanlage kostet je nach Haus zwischen 2.500 und 5.000 € und jedes Jahr um die 1.00 Euro Wartung. Der Luxemburger Staat erteilt einen Zuschuss von 25% pro Wohneinheit (max. 1.000 € pro Einfamilienhaus). Damit man von solch einem Zuschuss profitieren kann, müssen jedoch einige Kriterien beachtet werden (www.eau.public.lu).

Positive Auswirkungen auf Umwelt und Geldbeutel

Ein 4-Personen-Haushalt kann bis zu 200 € pro Jahr einsparen. Zudem wird die Umwelt geschont:

  • Trinkwasser wird gespart.
  • Weniger Energie geht für den Transport von der Quelle bis zum Haushalt verloren.
  • Die Kanalisation und Kläranlagen werden bei starken Regenfällen entlastet, da das Wasser in die Zisterne fließt. Dies kommt ebenfalls dem Hochwasserschutz zugute.
  • Da Regenwasser ein weiches, kalkfreies Wasser ist, benötigen Sie in ihrer Waschmaschine weniger Waschmittel und Kalkentferner.

Nicht jeder muss gleich eine ganze Anlage bauen . Auch eine kleiner Behälter im Garten sammelt wertvolles Wasser und leistet einen Beitrag.