Jean-Jacques Erasmy
Im Interview diesen Monat:
Jean-Jacques Erasmy, Direktor der Forstverwaltung Interview vom 10. Juni 2009 mit Jean-Jacques Erasmy über die Reform der Forstverwaltung und die damit verbundenen Veränderungen.
Was lange währt wird endlich gut. Sind sie zufrieden, dass die Reform der Forstverwaltung endlich in Kraft tritt?
Ende gut, alles gut. Vor etwa zehn Jahren begann alles mit einer detaillierten Analyse der verschiedenen Aufgabenfelder der Forstverwaltung - zukünftig Naturverwaltung -, die im Rahmen eines Audits bezüglich der internen Organisation durchgeführt wurde. Für die Umsetzung der Reform wurde anschließend ein Gremium aus Vertretern der ehemaligen Forstverwaltung und der betroffenen Ministerien zusammengestellt.
Nachdem in den vergangenen Jahren viel Arbeit in diese Reform investiert wurde, bin ich über die Zustimmung der Abgeordnetenkammer natürlich sehr glücklich.
Warum musste die Forstverwaltung überhaupt reformiert werden?
Die letzte Reform der Verwaltung datiert aus dem Jahr 1989. Während der vergangenen zwanzig Jahre hat unser Land wichtige Veränderungen erfahren, die sich insbesondere im Bereich Forst und Naturschutz ausgewirkt haben.
Die Reform brachte jede Menge Veränderungen mit sich. Welche Neuregelungen sind für Sie die wichtigsten?
Eine Grundidee, die die gesamte Reform beeinflusste, war der Wille, die unterschiedlichen Abteilungen der Verwaltung zusammenzulegen, um die Koordinierung der anfallenden Aufgaben zu erleichtern.
Die wichtigsten Veränderungen sind:
- Die Ressorts der nationalen Direktion wurden in zwei Abteilungen zusammengefasst, namentlich die Forstabteilung und die Naturschutzabteilung.
- Die vor Ort tätigen regionalen Einheiten werden zu fünf Einheiten zusammengefasst, die wiederum jeweils zwölf Forstreviere umfassen.
Dadurch steht pro Flächeneinheit deutlich mehr Personal zur Verfügung, was einen ständigen Kontakt mit Akteuren aus den Bereichen Forst und Naturschutz, wie Gemeinden, staatlichen Verwaltungen und Verbänden garantieren soll.
Reformen sollen ja bekanntlich zu Verbesserungen führen. Welche positiven Entwicklungen erhoffen Sie sich?
Eine wichtige positive Entwicklung ist die Verbesserung der Koordination der zentralen und regionalen Abteilungen. Zwei stellvertretende Direktoren sollen die Koordination der jeweiligen Abteilungen gewährleisten.
Da der Kontakt zu den Bürgern immer größere Bedeutung erlangt, werden wir eine Abteilung schaffen, die für Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist. Mit Hilfe dieser Einrichtung, möchten wir das Bewusstsein für eine nachhaltige Nutzung unserer natürlichen Ökosysteme fördern.
Ich habe eine Frage über die Jagd, an wen wende ich mich? Den „Service Chasse" sucht man vergeblich in der neuen Struktur. Woran liegt das?
Die Aufgabenfelder der ehemaligen Jagdabteilung werden künftig von der neuen Naturschutzabteilung übernommen. Der Grund für die Umstrukturierung lag vor allem in der Absicht, die Anzahl der Abteilungen zu verringern.
Mit der neuen Namensgebung "Administration de la Nature et des Forêts" sind nicht alle zufrieden. Einige Personen kritisieren, dass der Wald zur Natur gehöre und daher nicht extra erwähnt werden müsste. Wie kam es zur Wahl des neuen Namens?
Während des gesamten Ausarbeitungsprozesses der Reform wurde dieser Punkt intensiv diskutiert. Schlussendlich haben wir uns für den Namen "Administration de la nature et des forêts" entschieden. Denn es ist zweifelsohne richtig, dass der Wald ein wesentlicher Bestandteil der Natur ist. Ebenso richtig ist jedoch, dass die Wälder die wichtigsten natürlichen Elemente unseres Landes darstellen. Letzteres hat uns dazu bewegt, den Begriff bei der Namensgebung unserer Verwaltung beizubehalten.
Werden die Bürger die Veränderungen durch die Reform vor Ort wahrnehmen?
Die Umsetzung der Reform erfolgt in mehreren Etappen und wird selbstverständlich Folgen für die praktischen Arbeiten vor Ort haben. Gegen Ende 2010 werden unsere Mitbürger die ersten strukturellen Veränderungen feststellen können.
Was halten Sie persönlich vom Projekt mayago?
In unserer schnelllebigen Gesellschaft ist die Verfügbarkeit von Informationen für viele Menschen von großer Bedeutung. Internetseiten wie die ihre, die einen Überblick über die Herausforderungen unseres Landes bieten, werden daher immer wichtiger.
Herr Erasmy, wir danken Ihnen fürs Gespräch.
Das Gespräch wurde geführt von Patrick Simon.

















